Liebe Patienteneltern,

auch wir sind Eltern und wissen, was Sie und ihre jugendlichen Kinder derzeit bewegt.

Wie Sie bereits gelesen haben, führen wir in unserer Praxis keine Impfungen gegen Covid-19 durch. Wir bitten Sie, falls Sie Ihr Kind impfen lassen möchten, dieses zum Beispiel in einem dafür vorgesehenen Impfzentrum durchführen zu lassen.

Wir möchten Ihnen aber erläutern, warum wir uns so entschieden haben.

Zunächst einmal:

Psychosoziale Teilhabe, das heißt Schulbesuch, Freizeitaktivitäten, Sport usw. darf niemals Grund für eine Impfung sein.
Impfungen sind vorbeugende Maßnahmen an gesunden Menschen. Sie müssen daher grundsätzlich höheren Anforderungen an Wirksamkeit und Sicherheit genügen als zum Beispiel Medikamente.
Eine Impfung dient der Verhinderung einer schwerwiegenden körperlichen Erkrankung.

Für Kinder und Jugendliche müssen besonders strenge Maßstäbe gelten und damit eine sorgfältige Nutzen-Risiko Analyse hinsichtlich einer Impfentscheidung.

 

Was sind die Erfahrungen von Kinderärztinnen und Kinderärzten seit Beginn der Pandemie mit Covid 19 Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen?

  • Kinder und Jugendliche sind durch Covid-19 wesentlich weniger gefährdet als Erwachsene. Kinderärztliche Fachverbände haben in Übereinstimmung mit der internationalen wissenschaftlichen Literatur immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Altersgruppe bis auf wenige Ausnahmen asymptomatische bis milde Verläufe erlebt. In fast 50% der Fälle findet sich bei Kindern und Jugendlichen ausschließlich ein positiver PCR Test ohne Symptome einer Erkrankung. Im Zeitraum März 2020 bis Mai 2021 gab es bei den 12- bis 17-Jährigen zwei Todesfälle, dies entspricht 0,001% aller gemeldeten Covid Fälle in dieser Altersgruppe. Beide Jugendlichen litten unter schweren Vorerkrankungen.
  • in sehr seltenen Fällen, die Schätzungen liegen bei 0,04%, kann es nach einer Corona-Infektion zu einem Pädiatrischen Inflammatorischen-Multiorgan-Syndrom (PIMS) kommen, das in der Regel intensivmedizinisch behandelt werden muss, aber nach Therapie ausheilt. Um das Risiko für ein PIMS einzuschätzen, sollte die hohe Dunkelziffer der unbemerkten Covid-19 Infektion Beachtung finden.
  • Immer wieder wird über ein Long Covid Syndrom nach erfolgter Corona Infektion auch bei Kindern und Jugendlichen diskutiert. Die Daten hierzu werden kontrovers interpretiert. Allerdings hat die STIKO hierzu keine wissenschaftlich evidenzbasierten Daten gefunden, die darauf schließen lassen, dass dieses Beschwerdebild bei Kindern und Jugendlichen auftritt.
  • Bei einigen bereits vor der Corona-Infektion bestehenden Erkrankungen wird ein erhöhtes Risiko für einen möglicherweise schweren Verlauf bei Kinder und Jugendlichen angenommen. Dazu gehören Übergewicht, Immunschwäche, Herzerkrankungen, schwere Lungenkrankheiten, chronische Niereninsuffizienz, Krebs, Trisomie 21, syndromale Erkrankungen mit schweren Einschränkungen und Diabetes mellitus mit hohen HbA1c Werten.
  • Kinder und Jugendliche spielen für die Verbreitung von Covid 19 eine untergeordnete Rolle. Das RKI schreibt: „Entgegen des Ausbreitungsprofils bei anderen Atemwegserregern scheint also im aktuellen pandemischen Geschehen keine substanzielle treibende Kraft von diesen Altersgruppen auszugehen" und auch das DGPI schlussfolgert „Kinder in Gemeinschaftsrichtungen nehmen am Sars-Cov-2 Geschehen teil, sind selbst aber keine Treiber der Pandemie."

Die Covid 19 Impfung bei Kinder und Jugendlichen:

  • Die Impfung dient dem eigenen Schutz. Sie schützt vor schweren Verläufen, die Risikogruppen und sehr alte Menschen betreffen
  • es entwickelt sich durch die Impfung keine sterile Herdenimmunität, das bedeutet, auch Geimpfte können sich selbst infizieren und andere anstecken.
  • die verwendeten Impfstoffe sind gentechnologische mRNA Impfstoffe, die vor der Pandemie beim Menschen nicht zum Einsatz kamen.
  • Die aktuell zugelassenen Covid Impfstoffe haben nur eine bedingte Zulassung und sind damit in ihrer Beurteilung längst nicht abgeschlossen. Dieses trifft vor allem für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen zu.
  • Kinder und Jugendliche sind durch Nebenwirkungen der Impfung besonders gefährdet. Dieses gilt schon für die kurzfristigen Nebenwirkungen, die in den Zulassungsstudien bei jüngeren Probanden wesentlich häufiger und stärker auftraten als bei den Älteren und Hochbetagten. Über mögliche langfristige Auswirkungen der Impfstoffe lässt sich derzeit noch gar keine Aussage treffen.
  • Es besteht nach der Impfung ein deutlich erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Herzmuskelentzündung vor allem in der Altersgruppe der 15-25 jährigen jungen Männer.

Zusammenfassende Beurteilung:

Im Hinblick auf das geringe Risiko für Kinder und Jugendliche an einer schweren Covid 19 Infektion zu erkranken, kann die Impfung nicht mit dem Eigenschutz begründet werden.
Auch die Begründung dieser Impfung mit der Herdenimmunität ist angesichts des aktuellen Kenntnisstandes nicht haltbar.
Es bleibt zu bedenken, dass noch viele Daten zur Sicherheit der Impfstoffe bei Kindern und Jugendlichen fehlen.
Dieses ist besonders wichtig angesichts der neuartigen Impfstofftechnologien.
Eine differenzierte Nutzen-Risiko Analyse ist unter diesen Umständen besonders wichtig.
Psychosozialer Druck darf unter diesen Bedingungen niemals Grund für die Durchführung einer Corona Impfung sein.
Es bleibt ihre individuelle Entscheidung.
Neben der Impfentscheidung können auch Überlegungen, wie Sie die körperliche und seelische Gesundheit Ihres Kindes stärken, mehr in den Fokus rücken.
Wir wünschen Ihnen Zeit und Kraft, in Ruhe und unter Abwägung ihrer persönlichen Bedingungen, eine gute Entscheidung zu treffen.

Ihr Praxisteam, 18.08.2021